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Nimm was du kriegen kannst – oder wie viel brauchen wir eigentlich? Ein Kommentar zur aktuellen Entwicklung des Crowdfundings

Nimm was du kriegen kannst – oder wie viel brauchen wir eigentlich? Ein Kommentar zur aktuellen Entwicklung des Crowdfundings

Vergangene Woche ist „Coskun Tuna – the andere business magazin“ online gegangen und schon beschäftigt sich der Blogger, der im Jahr 2012 über Crowdfunding Geld für sein Unternehmen einsammelte, mit einem hochaktuellen und sehr interessanten Thema: Die Entwicklung des Crowdfundings, die er als suspekt empfindet. Wieso denn das, mag sich jetzt der ein oder andere fragen, Crowdfunding boomt doch und es werden teilweise Millionenbeträge innerhalb kürzester Zeit eingesammelt, besser geht es doch gar nicht!

Doch genau diese Entwicklung ist es, die Coskun Tuna Sorgen bereitet. Aus seiner Sicht wird das Ziel, „interessanten und geprüften Startups" eine Finanzierung zu ermöglichen, mehr und mehr aus den Augen verloren. Stattdessen geht es immer häufiger darum, wie schnell ein Startup die Finanzierungssumme zusammenhatte – treffend als „Speedfunding“ bezeichnet. Und das bringt einen unschönen Nebeneffekt mit sich:Es geht nicht mehr darum, (schnellstmöglich) das nötige Geld von Anlegern einzusammeln, sondern so viel wie möglich, so Coskun Tuna und das sei nicht die eigentliche Idee, die hinter dieser Finanzierungsform steckt.

Des Weiteren kritisiert der Blogger den Trend, das durch die ständige Erhöhung des Fundinglimits so viel Geld wie möglich eingeworben und nicht mehr nur so viel, wie auch wirklich benötigt wird. Startups sollten hingegen mit dem erstmalig angesetzten Finanzierungsbedarf zeigen, ob sich ihre Vorhaben realisieren lassen, bevor das Fundingziel noch während der Kampagne weiter nach oben hin angepasst wird.

An dieser Stelle kritisiert Tuna weiterhin die Anpassung des Fundingziels nach oben:„Die Unternehmer sollten zuerst einmal mit dem erstmalig angesetzten Finanzierungsbedarf zeigen, ob ihre Versprechen laufen, bevor der Boost auf eine Erhöhung geschaltet wird. Es geht sonst nicht mehr um die Finanzierung an sich, sondern nur noch darum, wieviel eingesammelt wird.“

Von der effektvollen und gut durchgeplanten Präsentation, die viele Startups heute an den Tag legen, ist auch der Blogger begeistert, erkennt genau dort aber auch eine Gefahr. Bei den Anlegern wird durch gut eingesetzte Marketingmaßnahmen zum Fundingstart eine Art „Kollektivrausch“ erzeugt, so dass sie das Gefühl haben, die Chance ihres Lebens zu verpassen, wenn sie nicht jetzt sofort in dieses eine Startup investieren, welches gerade gehypt wird. So bleibt eine neutrale und sachliche Bewertung oftmals auf der Strecke und der Anleger läuft Gefahr, sich von der Marketingstrategie eines Startups überzeugen zu lassen, anstatt von einem strategischen Businessplan und einem durchdachten Konzept.

Coskun Tuna betont, dass er das Crowdunfing als Finanzierungsform begrüßt, appelliert jedoch an ein klares Regelsystem für alle Beteiligten, um Anleger und auch Gründer vor bösen Überraschungen zu schützen. Schließlich kann es immer passieren, dass ein Startup insolvent geht, selbst wenn es während der Kampagne einen großen Teil an Kapital eingesammelt hat.

Um das zukünftig zu ändern, kommt Coskun Tuna auf das schon erwähnte Regelwerk zurück: Er schlägt beispielsweise vor, das Aufstocken der Fundingsumme von Anfang an transparent zu kommunizieren und nicht erst dann, wenn die Anleger „sich wie wildgewordene Hühner auf das Funding stürzen.“ Außerdem dürfen Versprechen und Formulierungen nicht so formuliert sein, dass sie zur Verführung dienen, sondern müssen klare und sachliche Aussagen beinhalten.“ Weiterhin fordert Coskun Tuna dass „Startups, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben, dies offenkundig ihren Anlegern gegenüber kommunizieren müssen, damit der eventuelle Verlust der Gelder nicht mehr ganz so überraschend kommt.“Dass ein Startup insolvent geht, kann beim Crowdfunding natürlich immer passieren. Hier ist die offene Kommunikation mit den Investoren ausschlaggebend, schließlich sind diese auch daran interessiert, zu erfahren, was mit ihren Geldern geschieht.

Daraus resultiert auch Tunas nächster Vorschlag für ein gemeinsames Regelwerk aller Plattformen: Einem Startup nach erfolgreichem Funding nicht mehr direkt die gesamte Summe auszuzahlen, sondern diese am monatlichen Bedarf mit einem Puffer von beispielsweise 15% zu messen. Sollte das Startup dann scheitern und ist noch etwas Geld übrig, so könne dann entschieden werden, wie damit vorgegangen werden soll.

Der große Hype, der sich um manche Startups bildet, ist durchaus nachvollziehbar und oftmals auch berechtigt, da dies nicht nur das Ergebnis hervorragender Marketing- und PR-Arbeit ist, sondern auch auf einer zukunftsweisenden und innovativen Idee beruht. Jedoch sollten sich Anleger darüber bewusst sein, dass ein plötzlicher Hype aus verschiedensten Gründen auch wieder verschwunden sein kann. Daher empfehlen wir Investoren und Startups, einen klaren Kopf zu behalten und realistische Einschätzungen zu treffen.

Anleger sollten sich das Startup und auch die Plattform vor einer Investition genau ansehen und Zahlen und Fakten des Geschäftsmodells objektiv bewerten. Auch sind wir der Meinung, dass ein allgemeingültiges Regelwerk für alle Plattformen hilfreichen wäre, um den gesamten Prozess des Crowdfundings zu vereinfachen und faire Bedingungen zu schaffen. Coskun Tuna bringt einige gute Lösungsansätze und betrachtet das Konzept des Crowdfundings und Crowdinvestings aus einem kritischen Blickwinkel, mit dem positiven Effekt des Nachdenkens und eventuell sogar des Umdenkens.

Wir von FUNDSTERS haben diesen Artikel mit großem Interesse gelesen und können Coskun Tunas Aussagen nur zustimmen.

Wir werden Sie natürlich über zukünftige Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

>>> den vollständigen Artikel von Coskun Tuna finden Sie hier

>>> hier geht's direkt zu FUNDSTERS

Kommentare

  1. Joerg Diehl
    Joerg Diehl vor 4 Jahre, 3 Monate

    Das finde ich sympathisch an den Projekten, die auf fundsters finanziert werden. Erstens ist die Unternehmensbewertung oft noch im "normalen" Rahmen, um die 800.000€ und nicht in Bereichen jenseits der 8 Mio €. Ausserdem zeigt das tolle Beispiel von Kerbholz, die eine mögliche Erhöhung von 100.000€ auf 200.000€ sympathischer weise abgelehnt haben, weil sie nicht mehr Geld brauchten. Das war wirklich erfrischend anders! Bitte weiter so!

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